Hallux valgus

Was ist ein Hallux valgus?

Als Hallux valgus bezeichnet man die Abweichung der Großzehe zum Fußaußenrand (zur kleinen Zehe hin). Ursache ist u.a. ein Spreizfuß mit Abweichung des 1. Mittelfußknochens zum Fußinnenrand und begleitender Abweichung der Großzehe zum Fußaußenrand. Der Großzehenballen (Köpfchen des 1. Mittelfußknochens) tritt prominent am Fußinnenrand hervor. Der Hallux valgus ist die häufigste Zehenfehlstellung beim Menschen

Schematische Darstellung des Hallux valgus. Abweichung der Großzehe zum Fußaußenrand bei Spreizfuß mit Abweichung des 1. Mittelfußknochens zum Fußinnenrand.

 

Ursachen können falsche Schuhe, hohe Absätze, Übergewicht, aber auch genetische Faktoren sein. Frauen sind häufiger betroffen.

 

Hallux valgus bei einer 18-jährigen Patientin.

 

Die Fehlstellung verursacht Beschwerden beim Tragen der Schuhe, es entsteht eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) und Arthrose. Der Großzehenballen wird druck-empfindlich. Funktionseinschränkungen, wie Schwierigkeiten beim Abrollen des Fußes, führen nicht selten auch zu Knie- oder Hüftschmerzen.

Diagnostik

Zunächst wird die Krankheitsgeschichte erfragt und der Patient genau untersucht. Zusätzlich sind Röntgenaufnahmen unter Belastung notwendig. Anhand der Röntgenaufnahme kann man die individuelle Fußform beurteilen und die Art sowie
die Ausprägung der Fehlstellung ermitteln.


Therapie allgemein

Ist die Fehlstellung gering ausgeprägt, kommen konservative Therapiemaßnahmen, wie Fußgymnastik, Einlagen und Schienen zum Einsatz. Verstärken sich jedoch trotz dieser Maßnahmen die Beschwerden oder kommt es zu einer zunehmenden Fehlstellung so sollte eine operative Therapie erwogen werden. Aus rein kosmetischen Gründen sollte nicht operiert werden! Konsultieren Sie einen Arzt Ihres Vertrauens mit guter operativer Erfahrung im Bereich der Fußchirurgie.

Operative Therapie

Es werden verschiedene Operationsmethoden angewendet, angepasst an den individuellen Fuß. Durch kleine Sägeschnitte lassen sich die Fußknochen verschieben und mit Schrauben oder Plättchen fixieren. Neue Implantate erlauben eine frühzeitige Belastung und erzeugen eine gute Stabilität. Zusätzlich werden Eingriffe an den Weichteilen (Kapsel, Sehnen, Bänder, Muskeln) durchgeführt, um diese an die neuen räumlichen Verhältnisse anzupassen. Allen Eingriffen ist gemein, dass sie die Achse des ersten Mittelfußknochens mit dem Großzehengrundgelenk in seine ursprüngliche Position zurückbringen.

Schematische Darstellung zweier häufiger Korrekturoperationen:

Bei dieser Operation wird durch eine nahe am Grundgelenk gelegene Knochenumstellung die Korrektur erzielt. Die Fixierung erfolgt mittels einer Titanschraube. Diese Methode wird bei geringer Fehlstellung durchgeführt.

 

Diese Darstellung zeigt die Operation der Fehlstellung durch Versteifung des Mittelfußgelenkes mit Achskorrektur. Die Stabilisierung erfolgt mittels einer winkelstabilen Titanplatte, ggf. kann auch noch am Zehengrundglied eine weitere Korrektur erfolgen.

 

Es gibt noch viele weitere verschiedene operative Möglichkeiten eine Fußfehlstellung zu korrigieren. Welche Vorgehensweise gewählt werden sollte, hängt von der individuellen Problematik ab und wird im Aufklärungsgespräch ausführlich besprochen.

Es muss sicherlich nicht immer operiert werden, doch wenn die konservative Behandlung ausgeschöpft ist und die Schmerzen am Großzehenballen die Lebensqualität stark beeinträchtigen, hilft in der Regel nur eine operative Korrektur. Die Fußchirurgie hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Dank feinerer und schonenderer Operationsmethoden mit neuen, stabileren Implantaten ist heute eine gute Rekonstruktion der Anatomie möglich, um die natürliche Funktion des Fußes wiederherzustellen.

Die Nachbehandlung

Der stationäre Aufenthalt beträgt ein bis zwei Tage. Die Fäden werden nach 14 Tagen entfernt. Der Fuß muss nicht eingegipst werden. Die Knochenheilung dauert ca. 6-8 Wochen. In diesem Zeitraum sollte ein stabiler Verbandsschuh getragen werden. Damit kann der Fuß voll belastet werden. In den ersten 14 Tage nach der Operation sollte der Fuß geschont und hochgelegt werden.
Der Arzt bespricht mit Ihnen die für Sie geeignete und beste Lösung.

Wir wünschen gute Besserung!
Ihr Arthro Clinic Team