Rotatorenmanschettenruptur

Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe flacher Sehnen, die zusammenlaufen und die Schulter wie eine Manschette von vorne, oben und hinten umgeben. Diese Sehnen sind mit kurzen, aber enorm wichtigen Muskeln verbunden, die am Schulterblatt ansetzen. Bei Anspannung ziehen die Muskeln an den jeweiligen Sehnen der Rotatorenmanschette und lassen die Schulter aufwärts, einwärts oder auswärts rotieren; daher der Name "Rotatorenmanschette".     

Aus unterschiedlichen Gründen kann es zu einem Defekt der Rotatorenmanschette kommen. Beim Engpass unter dem Schulterdach (Impingement )  wird die Sehnenplatte durch ständige Reibung "aufgescheuert". Oft ist die Substanz der Sehnen dann so stark vorgeschädigt, dass es bei Bagatellverletzungen (leichter Sturz, schweres Gewicht) zu einem Riss kommt.

Häufig wird aus einem zunächst kleinen Defekt mit der Zeit ein großer Defekt.

 

Blick auf die Rotatorenmanschette:

 

Roatorenmanschettenruptur: Crescent Läsion

Rotatorenmanschettenruptu: L-Läsion Rotatorenmanschettenruptur: U-Läsion

Ein kleiner Defekt...

 reißt auf und entwickelt sich...

zu einem großen Defekt

Fehlt die Deckung durch die Rotatorenmanschette, kann es zu schweren entzündlichen Reizzuständen kommen. Bei schweren Schäden ("Massenruptur") kommt Kraftlosigkeit hinzu sowie eine durch den freien Kontakt zwischen Oberarmkopf und Schulterdach entstehende Arthrose des Pseudogelenkes (sogenannte Cuff-Arthropathie).

 

Die arthroskopische Rekonstruktion der Rotatorenmanschettenruptur

Für die Rekonstruktion der Rotatorenmanschette gibt es bewährte offene und arthroskopische Verfahren. Wir bevorzugen die arthroskopische Operationstechnik, da diese unserer Meinung nach folgende Vorteile  hat:

  • Minimale Hautschnitte. Ein großer Hautschnitt wie bei den offenen Verfahren ist nicht erforderlich.
  • Weniger Operationstrauma. Dadurch ist auch die Gefahr von Nerven- oder Gefäßverletzungen geringer.
  • Mit dem Arthroskop kann der Operateur das komplette Gelenk inspizieren und sich so einen sehr guten Überblick verschaffen. Begleitverletzungen können so besser erkannt werden. 

Bei der arthroskopischen Rekonstruktion der Rotatorenmanschette werden drei bis fünf jeweils ja 1 cm große Hautschnitte durchgeführt. Durch diese Hautschnitte werden das Arthroskop und die Instrumente in das Gelenk eingebracht. Der Operateur hat nun einen direkten Blick auf die defekte Rotatorenmanschette und das Schulterdach.

Der Oberarmknochen wird an der Sehnenansatzstelle angefrischt, so dass es zu einer leichten Blutung kommt. Dies fördert die Heilung. Auf dem  angefrischten Knochen kann die Sehne später besser einwachsen.

Der Rotatorenmanschettendefekt wird nochmals genau inspiziert und die freien Enden werden aneinander genäht und am Knochen refixiert. Dabei werden sogenannte Nahtanker verwendet.

Naht der Rotatorenmanschettenläsion

Es ist wichtig, dass die Sehne spannungsfrei refixiert wird. Nur so ist eine Einheilung möglich.

Problematisch sind alte, große Defekte.  Hier ist die Sehne häufig bereits so stark verkürzt, dass eine spannungsfreie Refixation am Knochen nicht mehr möglich ist. Bei alten Defekten ist die Sehne häufig auch mürbe und brüchig, was die Refixation zusätzlich erschwert.

 

Liegt eine Verengung unter dem Schulterdach (Impingement) vor, so wird diese - soweit möglich - während der Operation behoben.