Die Arthrose der Schultergelenke

Arthrose des Hauptgelenkes (glenohumerale Arthrose, Omarthrose)
Dies ist die Arthrose zwischen dem Oberarmkopf und der Schulterblattgelenkpfanne (Glenoid). Im Vergleich zu anderen Arthroseformen großer Gelenke ist die Omarthrose (Arthrose des Schultergelenkes) eher selten. Während Hüfte und Knie das Körpergewicht tragen müssen und deswegen empfindlicher auf Verschleiß reagieren, kommt es beim arthrotischen Schultergelenk - trotz fortgeschrittener Schäden im Röntgenbild - zu vergleichsweise geringen Schmerzen. Oftmals wird die Bewegungseinschränkung als Hauptbeschwerde gesehen.  Wenn Schmerzen im Vordergrund stehen, kann man häufig mit einem arthroskopischen Eingriff helfen. Bei fortgeschrittenem Verschleiß ist eine Endoprothese angezeigt.

Arthrose der Schulter

 

Arthrose des Schultereckgelenkes (akromioclaviculare Arthrose, AC-Arthrose)
Dies ist die Arthrose zwischen dem Schulterdach und dem Schlüsselbein. Bei jüngeren Patienten ist die Ursache häufig eine körperliche Überlastung (schwere Arbeit, auch in Pflegeberufen, oder übermäßiges Training im Schultergürtelbereich). Oft helfen gezielte Spritzen (Cortison) in das Eckgelenk. In hartnäckigen Fällen ist eine arthroskopische Operation angebracht, bei der die Gelenkfläche des Schlüsselbeins abgetragen wird (AC-Gelenk Resektion, laterale Clavicula Resektion). Es bildet sich ein Narbenpuffer, der die Gelenkfunktion schmerzfrei übernimmt.

 

Arthrose bei Rotatorenmanschettenruptur (Cuff-Tear-Arthropathy)
Eine massive Rotatorenmanschettenruptur bei Impingement führt mitunter zu einer besonderen Form der Arthrose: der sog. "Cuff-Tear"-Arthropathie oder auch "subakromialer" Arthrose.
Eigentlich besteht zwischen Schulterdach und Oberarmkopf keine direkte Gelenkverbindung, da die Rotatorenmanschette dazwischen verläuft. Fehlt diese, kommt es zu knöchernen Veränderungen wie bei einer "richtigen" Arthrose.
Im Röntgenbild sieht man eine löffelförmige Veränderung am Schulterdach, die wie eine Gelenkpfanne wirkt. Das nennt man "Nearthros" (griech. neues Gelenk).
Man kann arthroskopisch helfen, indem man entzündetes Gewebe entfernt und den Knochen am Oberarmkopf glättet, um die Beweglichkeit im "neuen Gelenk" zu verbessern. Das Schulterdach lässt man in Ruhe. Es bildet nach dem Wegfall der Rotatorenmanschette ein wichtiges Widerlager für die Schulter.
In schweren Fällen empfiehlt sich eine Endoprothese.