Arthroskopische Operationen am Hüftgelenk 

Die Arthroskopie („Schlüsselloch-Operation“) ist seit Jahren ein orthopädisches Standardverfahren zur Behandlung von Schulter-, Knie- und Sprunggelenks-Erkrankungen. Das Hüftgelenk ist aufgrund der umgebenden Muskulatur und der sehr engen Gelenkkapsel wesentlich schwieriger zugänglich, was eine arthroskopische Operation lange Zeit behindert hat. Neue technische Möglichkeiten wie die bewegliche Lagerung mit Gelenkdistraktion und neue Instrumente haben diese Hindernisse relativiert. In spezialisierten Zentren ist heute eine vollgültige arthroskopische Operation am Hüftgelenk möglich.

        Cam-Deformität: Arthroskopisches Bild mit    

In den letzten Jahren hat die Hüftarthroskopie  zunehmend an Bedeutung gewonnen. Beim sogenannten Impingement der Hüfte kann unter bestimmten Voraussetzungen duch eine arthroskpopische Opeation ein Verschleiß des Hüftgelenkes hinausgezögert werden und im besten Fall sogar verhindert werden.

 

Was versteht man unter Impingement der Hüfte?

Beim Impingement der Hüfte ist die Form von Hüftkopf und/oder Gelenkpfanne verändert. Es kommt zu einer räumlichen Enge beider Gelenkpartner. Bei starker Beugung können die Gelenklippe (das sog. Labrum) oder der Knorpel eingeklemmt und verletzt werden. Es entstehen starke stechende Schmerzen in der Leistengegend. Das wiederholte Anschlagen führt zu einem kontinuierlichen Gelenkverschleiß mit Arthrose, wobei das Röntgenbild im Anfangsstadium noch gut aussieht. Besonders betroffen sind sportlich aktive, meist jüngere Patienten.

 

Formen des Hüft-Impingements

Cam Impingement

CAM-Impingement

PINCER Impingement

Pincer-Impingement

CAM und PINCER Impingement

Mischform (CAM- und Pincer)

 

CAM-Impingement (Nockenwellen-Impingement) Der Hüftkopf hat einen „Buckel“ und geht direkt, ohne ausreichende Taillierung, in den Schenkelhals über. Dadurch schlägt er bei kraftvoller Beugung (beim Sport) an der Hüftpfanne an. Der rot schraffierte Bereich sollte entfernt werden. Besonders betroffen vom CAM-Impingement sind junge sportaktive Männer, häufig Fußballer.

Pincer-Impingement (Beißzangen-Impingement) Die Hüftpfanne ist vertieft. Dadurch stößt der Schenkelhals am Pfannenrand an und schädigt die Gelenklippe. Der rot schraffierte Bereich sollte entfernt werden. Betroffen sind meist Frauen zwischen 30 und 40 Jahren.

Mischform bedingt durch Cam- und Pincer-  Deformität.
Bei manchen Patienten können Cam- und Pincer-Deformität gemeinsam auftreten, so dass sowohl am Hüftkopf wie auch an der Gelekpfanne Knochen abgetragen werden muss. 

 

Die arthroskopische Behandlung der einklemmenden Hüfte

Bei der Hüftarthroskopie können die Gelenkpartner passend „eingeschliffen“ werden, indem störende Knochenanteile abgetragen werden. Labrum- und Knorpelschäden werden mit behandelt. Dadurch kann in vielen Fällen das Hüftgelenk wieder schmerzfrei bewegt werden und eine Arthrose verhindert oder verlangsamt werden.

 

Wie erfolgt die Spiegelung des Hüftgelenkes?

Die Hüftarthroskopie wird in Allgemeinnarkose durchgeführt. Operiert wird über drei oder vier kleine Hautschnitte. Meistens erfolgt ein Zug am Bein, damit alle Gelenkabschnitte erreicht werden können.

 

Welche Behandlung benötigen Sie nach einer Arthroskopie des Hüftgelenks?

Die Einschränkungen sind im Wesentlichen von dem durchgeführten Eingriff im Hüftgelenk abhängig. In der Regel werden nach der OP zwei Wochen Unterarmgehstützen benutzt, um das Hüftgelenk weniger zu belasten. Die Thromboseprophylaxe erfolgt mit Heparinspritzen in den ersten Tagen nach der OP. Physiotherapie ist wichtig, um Bewegungseinschränkungen nach dem Eingriff zu verhindern.

 

Risiken

Wie alle operativen Eingriffe kann auch die Arthroskopie der Hüfte unerwünschte Wirkungen haben. Wir informieren Sie gern über Ihre individuellen Chancen und die Risiken bei diesem Eingriff.